Immer mehr und immer größer

Ein Zweipersonenhaushalt in Deutschland besitzt heute im Schnitt 1,8 Fernsehgeräte. Wir besitzen aber nicht nur immer mehr Fernseher, die Geräte werden auch immer größer. Vor ein paar Jahren war noch eine Bildschirmdiagonale von 30 Zoll üblich, heute werden meist Geräte mit 40 Zoll oder größer verkauft. Größer bedeutet in der Regel, dass Preis, Stromverbrauch und Stromkosten auch höher sind. Dieser sogenannte Rebound-Effekt bewirkt, dass Effizienzgewinne beim Einzelgerät insgesamt nicht zu einem geringeren absoluten Stromverbrauch führen.

Das EU-Energielabel bietet eine erste Orientierung

Seit November 2011 gibt die verbindliche Energieverbrauchskennzeichnung für Fernsehgeräte den Konsumenten eine erste Orientierungshilfe. Neben der Energieeffizienzklasse ist vor allem der jährliche Stromverbrauch eine gute Vergleichsmöglichkeit. Nur wenige Konsumenten wissen, dass Fernseher wahre Stromfresser sind und über die Lebensdauer mehrere Hundert Euro Stromkosten verursachen können. Beispielweise verbrauchen sehr große Fernseher bis zu 400 Kilowattstunden Strom jährlich (bei vier Stunden Nutzung täglich). Zum Vergleich: Ein besonders effizientes Fernsehgerät der Energieeffizienzklasse A+ mit 102 cm Bildschirmdiagonale verbraucht nur zehn Prozent davon. Über einen Zeitraum von zehn Jahren lassen sich damit über 1.000 Euro Stromkosten sparen.

Ständige Vernetzung, hat seinen Preis

Viele Fernsehgeräte sind heute vernetzt und immer an, zum Beispiel da sie sich regelmäßig elektronische Programmzeitschriften herunterladen oder die Software aktualisiert wird. In diesem vernetzten Zustand kommunizieren die Geräte aktiv und verbrauchen daher auch Strom. Damit hat sich, trotz Ökodesign-Verordnung zum Standby, fast unbemerkt ein höherer Stromverbrauch in die Haushalte eingeschlichen.