Mehr Wissen zu Carsharing

Die wichtigsten Fragen und Antworten

Hier finden Sie Antworten auf häufige Fragen, wie Carsharing allgemein funktioniert, welche Carsharingmodelle es gibt und wieviel Sie im Vergleich zum privaten Auto an Kosten sparen können.


Carsharing allgemein

Kosten

Carsharing allgemein

Was ist Carsharing?

Carsharing ist die organisierte Form der gemeinsamen Nutzung eines oder mehrerer Autos durch mehrere Nutzer. Sie setzt den Abschluss eines Rahmenvertrages in einem Unternehmen oder die Mitgliedschaft in einem Verein voraus. Der Carsharing-Anbieter ist zuständig für Pflege und Unterhaltung der Fahrzeuge sowie für notwendige Reparaturen. Auch das private Carsharing (peer-to-peer Carsharing) wird dabei immer beliebter. Hierbei wird das eigene Auto mit anderen geteilt. Anbieter, die das Teilen privater Fahrzeuge organisieren, sind beispielsweise Drivy oder tamyca. Der Anbieter erhält für seine Dienstleistungen üblicherweise Entgelte von den Nutzern. Daneben gibt es auch Organisationsplattformen für das sogenannte „Ridesharing“, bei dem keine kompletten Fahrzeuge, sondern nur Mitfahrten auf vorgegebenen Strecken angeboten werden. Neben BlaBlaCar bieten diesen Service auch Fahrgemeinschaft.de und Flinc an. 


Worin liegt der Nutzen von Carsharing?

Carsharing ermöglicht Ihnen die Nutzung eines Autos ohne ein eigenes Auto zu besitzen. Als Ergänzung zum öffentlichen Verkehr, dem Rad und Zu-Fuß-Gehen kann es immer dann genutzt werden, wenn andere Verkehrsmittel nicht zur Verfügung stehen (Zugang zu ÖPNV, Nachtfahrten) oder Sie mehr Transport-Flexibilität benötigen (z.B. Wocheneinkauf). Dabei sind Sie flexibler unterwegs und tun der Umwelt und Ihrem Geldbeutel etwas Gutes (zu der Kosten-Ersparnis siehe auch unsere Spartipps.

Was sind flexible Carsharing-Angebote?

Im Gegensatz zum stationsbasiertem Carsharing erfolgt die Nutzung des Fahrzeugs beim flexiblen Carsharing (auch „free-floating“ genannt) stationsungebunden; d.h. das Fahrzeug kann ohne Rücksicht auf vorab örtlich festgelegte Abhol- und Rückgabestellen begonnen und beendet werden. Die Reservierung ist dabei meist 15 Minuten im Voraus über die Smartphone-App oder die Anbieter-Homepage reservier- und buchbar. Flexibles Carsharing wird aktuell von drei Anbietern in mehreren deutschen (Groß-) städten angeboten (car2go, DriveNow, multicity). Seit ein paar Jahren gibt es zudem auch kombiniertes Carsharing. Die Anbieter kombinieren dabei stationsbasierte Fahrzeuge mit der flexiblen Nutzung von free-floating Fahrzeugen. Aktuell stehen diese Mischformen in den Städten Hannover, Mannheim, Heidelberg (Stadtmobil) sowie Osnabrück (stadtteilauto) und dem Rhein-Main-Gebiet (book-n-drive) zur Verfügung. 


Ist flexibles Carsharing umweltfreundlich?  

Das flexible Carsharing ergänzt den Umweltverbund (ÖPNV, Rad, Fußwege) und kann so – ebenso wie das stationsbasierte Carsharing – zu einem Leben ohne Auto beitragen. Bislang fehlen jedoch Studien zur (langfristigen) Umweltwirkung des flexiblen Carsharing. In mehreren Forschungsprojekten, die sich mit den aktuellen flexiblen Carsharing-Angeboten über Befragungen zum Verkehrsverhalten befassen, wird dieser Aspekt und auch die Auswirkungen durch den Einsatz von Elektroflotten intensiv erforscht.

Kann ich Carsharing auch in Kombination mit dem ÖPNV nutzen?

Carsharing bietet die ideale Voraussetzung, um es mit dem ÖPNV zu kombinieren. Das ist sogar innerhalb eines Weges möglich (z.B. mit dem Carsharing-Fahrzeug zur Bahnstation). Inhaber von Dauer- oder Vergünstigungskarten des Öffentlichen Verkehrs (z.B. BahnCard-Kunden oder ÖPV-Dauerkartenbesitzer) erhalten zudem teilweise auch Vergünstigungen bei Carsharing-Anbietern (z.B. kostenfreie Registrierung, Freiminuten bzw. vergünstigte Nutzungstarife). Erkundigen Sie sich bzgl. der Einzelheiten und Angebote bei Ihrem lokalen ÖPV-Anbieter.

Kann ich auch mein privates Auto mit anderen teilen?

Neben dem kommerziellen Carsharing gibt es auch Anbieter, die das Teilen privater Fahrzeuge organisieren. Hierbei wird das eigene Auto mit anderen geteilt. Anbieter, die das Teilen privater Fahrzeuge organisieren, sind beispielsweise Drivy oder tamyca. Daneben gibt es auch Organisationsplattformen für das sogenannte Ridesharing, bei dem keine kompletten Fahrzeuge, sondern nur Mitfahrten auf vorgegebenen Strecken angeboten werden. Neben BlaBlaCar bieten diesen Service auch Fahrgemeinschaft.de und Flinc an.

Wie funktioniert stationsbasiertes Carsharing konkret?

Einmaliger Vertragsabschluss

Grundlage jeder (kommerziellen) Carsharing-Nutzung ist der Abschluss eines Rahmenvertrages mit einem Carsharing-Anbieter. Hierbei wird neben Ihrem Alter unter anderem auch die Gültigkeit Ihres Führerscheins geprüft, deshalb müssen Sie bei vielen Anbietern beim ersten Mal persönlich erscheinen. Bei dieser Gelegenheit werden Ihnen auch die Regeln der Nutzung erklärt und Sie erhalten eine Nutzungsanleitung, in der Sie unter anderem die Beschreibung der Fahrzeugstellplätze finden.

Schlüssel für die Autos

Beim Vertragsabschluss bekommen Sie im Regelfall eine elektronische Zugangskarte überreicht oder zugeschickt, mit der Sie das von Ihnen gebuchte Fahrzeug direkt oder einen Schlüsseltresor am Standort des Fahrzeugs öffnen können. Einige kleinere Carsharing-Anbieter verfügen noch über ein „mechanisches Zugangssystem“ – hier befindet sich jeweils nahe der Fahrzeugstellplätze ein mechanisch zu öffnender Tresor, in dem Sie die Autoschlüssel finden. In diesem Fall erhalten Sie beim Vertragsabschluss einen Zentralschlüssel für die Schlüsseltresore.

Reservierung

Wenn Sie ein Fahrzeug nutzen wollen, müssen Sie es vorher reservieren. Dies geschieht über das Internet oder eine telefonische Reservierungszentrale, die 24 Stunden am Tag erreichbar ist. Die Reservierung kann langfristig oder auch unmittelbar vor der Nutzung erfolgen. An Stationen mit mehreren Fahrzeugen können Sie eventuell sogar unter mehreren Fahrzeugklassen mit unterschiedlichen Tarifeinstufungen auswählen, so dass Sie je nach Bedarf, z.B. für Ihren Großeinkauf oder den Familienausflug am Wochenende, ein für Ihre Zwecke ideales Fahrzeug buchen können.

Voraussichtliche Nutzungsdauer

Bei der Reservierung müssen Sie angeben, wie lange Sie das Fahrzeug voraussichtlich nutzen wollen. Falls es zu unvorhersehbaren Verzögerungen kommt, können Sie die Nutzungsdauer im Einzelfall telefonisch verlängern, falls nicht jemand anderes bereits dieses Fahrzeug direkt im Anschluss gebucht. Einzelne Anbieter haben aber auch – zum Teil gegen einen Tarifaufschlag – sogenannte Open-End-Buchungen im Angebot. Hier entfällt das Festlegen des Buchungsende vor Fahrtantritt.

Zugang zu den Fahrzeugen

Das für Sie reservierte Fahrzeug öffnen Sie mit dem Fahrzeugschlüssel, den sie im Schlüsseltresor an der jeweiligen Station vorfinden, oder direkt mit der elektronischen Karte. In diesem Fall finden Sie den Fahrzeugschlüssel verschlossen im Fahrzeug selbst und können ihn mit der Eingabe einer Pin-Nummer in den Bordcomputer freigeben. In einigen Städten gibt es bereits Mobilitätskarten, die neben der Nutzung des ÖPNVs auch den Zugang zu Carsharing-Fahrzeugen ermöglichen (u.a. Stuttgart).

Nutzung des Fahrzeugs

Im Rahmen Ihrer Reservierungszeit können Sie das Auto nach Belieben nutzen. Bei der Rückgabe des Fahrzeuges bestätigen Sie die Nutzungsdaten, zum Beispiel im Bordcomputer.

Abrechnung

Eine Abrechnung Ihrer Nutzungsgebühren bekommen Sie in der Regel nach Ablauf des Rechnungsmonats als Sammelrechnung von Ihrem Carsharing-Anbieter zugeschickt bzw. online in Ihrem Kundenkonto. 


 

Wie funktioniert flexibles Carsharing konkret?

Einmaliger Vertragsabschluss

Grundlage jeder Carsharing-Nutzung ist der Abschluss eines Rahmenvertrages mit einem Carsharing-Anbieter. Hierbei wird unter anderem die Gültigkeit Ihres Führerscheins geprüft, deshalb müssen Sie bei vielen Anbietern beim ersten Mal persönlich erscheinen. Bei dieser Gelegenheit werden Ihnen auch die Regeln der Nutzung erklärt und Sie erhalten eine Nutzungsanleitung. Bei einzelnen Anbietern ist die Validierung auch online möglich (z.B. car2go).

Elektronische Karte für die Autos

Beim Vertragsabschluss bekommen Sie im Regelfall eine elektronische Zugangskarte überreicht, mit der Sie das von Ihnen gebuchte Fahrzeug direkt öffnen können. Daneben lassen sich bei einigen Anbietern des flexiblen Carsharings (z.B. car2go, DriveNow) die Fahrzeuge ebenfalls per App öffnen.

Reservierung

Über das Internet oder die Smartphone-App können die Fahrzeugstandorte auf einer interaktiven Karte angezeigt und ein geeignetes Fahrzeug gebucht werden. Eine Reservierung ist in der Regel für max. 15-30 Minuten im Voraus möglich.

Nutzungsdauer

Das Auto kann ohne Angabe der Nutzungsdauer genutzt werden.

Zugang zu den Fahrzeugen

Das für Sie reservierte Fahrzeug öffnen Sie mit der elektronischen Karte oder Ihrer Smartphone-App. Sie finden den Fahrzeugschlüssel verschlossen im Fahrzeug selbst und können ihn z.B. mit der Eingabe einer Pin-Nummer in den Bordcomputer freigeben.

Nutzung des Fahrzeugs

Das Auto kann nach Belieben innerhalb des Geschäftsgebiets genutzt werden. Auch Fahrten außerhalb des Geschäftsgebiets sind prinzipiell möglich, solange das Fahrzeug nach Nutzung wieder innerhalb der Geschäftsgebietsgrenzen abgestellt wird.

Abstellen des Fahrzeugs

Das Auto kann meistens kostenlos an einem beliebigen oder an einem vom Carsharing-Anbieter aus-gewiesenen Parkplatz innerhalb des Geschäftgebiets wieder abgestellt werden. Das Fahrzeug muss dabei nicht zum Ausgangsort zurückgebracht werden womit auch Einfach-Fahrten ohne Rückfahrt (sog. „One-Way“-Fahrten) möglich sind. Bei der Rückgabe des Fahrzeugs müssen Sie die Abmeldung unter Verwendung der elektronischen Karte bzw. der Smartphone-App bestätigen.

Abrechnung

Eine Abrechnung Ihrer Nutzungsgebühren bekommen Sie in der Regel nach Ablauf des Rechnungsmonats als Sammelrechnung von Ihrem Carsharing-Anbieter zugeschickt bzw. können Sie online in Ihrem Kundenkonto einsehen. 


Wie sicher ist es, dass ich mein gewünschtes Auto auch tatsächlich bekomme?

Ob Sie Ihr gewünschtes Auto im Rahmen des stationsbasierten Carsharing tatsächlich bekommen, ist von mehreren Faktoren abhängig. Neben der Anzahl der Fahrzeuge an der jeweiligen Station hängt die Fahrzeug-Verfügbarkeit auch vom Wochentag (z.B. Wochenendfahrten), der Tageszeit sowie dem von Ihnen benötigten Fahrzeugtyp (z.B. Kleinwagen oder Sprinter) ab. Wenngleich die Reservierungswahrscheinlichkeit meistens sehr hoch ist, sollten Sie gerade an beliebten Zeiten wie am Wochenende oder in den Ferien etwas längerfristig im Voraus reservieren. Verfügbarkeiten der Fahrzeuge sind bei den meisten Anbietern in deren Onlineportal hinterlegt. Ansonsten macht Ihnen die telefonische Buchungs-zentrale gerne Vorschläge für Fahrzeuge an Ausweichstandplätzen oder zu Alternativzeiten. Bei flexiblen Carsharing-Anbietern können Sie mit einer interaktiven Karte feststellen, ob Autos in Ihrer Umgebung zur Verfügung stehen. Ist ein Fahrzeug frei, können Sie es max. 15-30 Minuten im Voraus reservieren. Aber auch die spontane Nutzung ohne Vorab-Reservierung ist möglich. Der Nachteil dabei ist, dass Ihnen so ein anderer Nutzer das Auto „vor der Nase wegschnappen“ kann. Gerade beim flexiblen Carsharing ist die Fahrzeugdichte jedoch sehr groß. So finden Sie mit der Smartphone-App meist sehr schnell ein weiteres Fahrzeug in Ihrer unmittelbaren Umgebung. 


Muss ich selbst am Steuer des von mir gebuchten Carsharing-Fahrzeugs sitzen?

Hierzu gibt es keine einheitliche Regelung. Die meisten Anbieter schreiben vor, dass der angemeldete Fahrberechtigte mindestens mit im Auto sitzt, wenn eine andere Person das Auto fährt. Wie genau ein Anbieter dies regelt, können Sie in den Nutzungsbedingungen der einzelnen Anbieter nachlesen.

Besteht für Carsharing-Fahrten ein ausreichender Versicherungsschutz?

Ja, denn Carsharing-Fahrzeuge sind vollkaskoversichert. Falls Sie als Carsharing-Nutzer einen Schaden verursachen, werden Sie, wie auch bei privaten Autos üblich, mit einer Selbstbeteiligung zur Kasse gebeten. Einige Carsharing-Anbieter bieten an, den Selbstbeteiligungsbetrag gegen Zahlung eines jährlichen Beitrags zu reduzieren. Für weite Reisen – vielleicht sogar ins Ausland - sollten Sie Ihren Carsharing-Anbieter zuvor nach Schutzbriefen fragen. Um generell Ärger durch Fahrzeugschäden zu vermeiden prüfen Sie zudem vor jeder Fahrt, ob das Fahrzeug bereits vor Ihrer Nutzung Schäden (z.B. Kratzer oder Dellen) aufweist und melden Sie diese dem Carsharing-Anbieter, soweit die Schäden nicht bereits in den Fahrzeugunterlagen vermerkt sind. 


Gibt es ein Carsharing-Angebot in meiner Stadt?

Inzwischen gibt es kommerzielle Anbieter des stationsbasierten Carsharing in fast 600 deutschen Städten sowie flexibles Carsharing in 12 deutschen Großstädten (u.a. Berlin, München, Stuttgart, Köln, Hamburg). Dazu kommen Privatleute, die ihr Fahrzeug verleihen (peer-to-peer Carsharing) bzw. Mit-fahrten (Ridesharing) anbieten. Auf der Internetseite des Bundesverbandes Carsharing e.V., dem Dachverband der deutschen Carsharing-Anbieter, finden Sie eine interaktive Karte, aus der die Anbieter und Stationen bzw. Geschäftsgebiete des stationsgebundenen und auch flexiblen Carsharing hervorgehen.

Kann ich Carsharing nur an meinem eigenen Wohnort nutzen?

Nein, Sie können Carsharing auch an anderen Orten nutzen. Viele der größeren Anbieter (z.B. flinkster, stadtmobil, car2go oder DriveNow) sind in mehreren Städten vertreten und können wie an Ihrem eige-nen Wohnort genutzt werden. Daneben gibt es Kooperationen zwischen Carsharing-Anbietern. So können z.B. Kunden des free-floating-Anbieters multicity auf das stationsbasierte Angebot von flinkster (DB) zurückgreifen und so auch außerhalb des Berliner Geschäftsgebiets mobil bleiben.

Wodurch unterscheidet sich Carsharing von Autovermietungen?

Carsharing unterscheidet sich bereits durch die Fahrzeugnutzung. So ist diese prinzipiell auf eine (oftmals innerstädtische) Nutzung zur Erledigung „alltäglicher Wegezwecke“ ausgerichtet. Als solche ist Carsharing als Ergänzung zum öffentlichen Verkehr zu sehen und erst in zweiter Linie als Ersatz für den privaten Pkw wie bei der traditionellen Autovermietung. Carsharing zeichnet aus:

  • Die Nutzung der Fahrzeuge, die an 24 Stunden täglich ohne persönlichen Kontakt zum Anbieter möglich ist. Meist wird die Reservierung durch Online-Buchung über die Anbieter-Homepage oder Smartphone-Apps unterstützt.
  • Ermöglichung von Kurzzeitnutzungen. Die Fahrtkosten beim flexiblen Carsharing werden nach Minuten abgerechnet, aber auch bei den stationsgebundenen Fahrzeugen ist eine stündliche Abrechnung der Nutzung gegeben.
  • In den Nutzungsgebühren sind die Kraftstoffpreise bereits inbegriffen. Für Sie heißt das, dass lästiges Tanken zu Fahrtende entfällt. Sollte das Fahrzeug dennoch betankt werden müssen, liegen dazu Tankkarten im Fahrzeug bereit, mit denen Sie bargeldlos zahlen können.
  • Die Carsharing-Stationen und flexiblen Carsharing-Fahrzeuge befinden sich sowohl dezentral in Wohngebieten als auch an Knotenpunkten des öffentlichen Verkehrs (z.B. an Stationen des öffentlichen Verkehrs). Autovermietungen sind dagegen nur an zentralen Punkten in der Stadt, oftmals in Gewerbegebieten oder Ausfallstraßen sowie an Bahnhöfen und Flughäfen, platziert.
  • Die Carsharing-Stationen und flexiblen Carsharing-Fahrzeuge befinden sich wohnungsnah und an Knotenpunkten des öffentlichen Verkehrs, während Autovermietungen an zentralen Punkten in der Stadt, oftmals in Gewerbegebieten oder Ausfallstraßen sowie an Bahnhöfen und Flughäfen, platziert sind.
  • Im Gegensatz zur traditionellen Autovermietung muss beim stationsgebundenen Carsharing das Fahrzeug meist an die Ausgangsstation zurückgebracht werden. Zum Teil ist es möglich, das Carsharing-Fahrzeug an einer anderen Station abzugeben. Beim flexiblen Carsharing ist man nicht an Stationen gebunden; hier kann das Fahrzeug innerhalb des Geschäftsgebiets beliebig auf öffentlichen Flächen oder vom Carsharing-Anbieter angebotenen Parkflächen abgestellt werden.

Kosten



 Was kostet mich die Teilnahme am Carsharing?

Viele Carsharing-Anbieter berechnen eine einmalige Anmeldegebühr. Hierin enthalten sind u.a. die Kosten für das Ausstellen der elektronischen Zugangskarte sowie für die Validierung. Einzelne stationsgebundene Anbieter erheben zudem eine Kaution, die jedoch nach der Kündigung wieder an Sie zurückgezahlt wird. Bei vielen der stationsgebundenen Carsharing-Anbieter ist auch eine monatliche Mitglieds- bzw. Teilnahmegebühr üblich. Die Höhe schwankt dabei je nach Anbieter und auch Tarif. In einigen Städten kooperiert der öffentliche Verkehr mit Carsharing-Anbietern, wodurch Besitzer einer ÖPNV-Zeitkarte von Vergünstigungen vor (z.B. Entfallen der Anmeldegebühr) bzw. während der Nutzung (z.B. Freiminuten) profitieren können. Hinzu kommen die nutzungsabhängigen Kosten. Hier wird meist ein Tarif angesetzt, der sich aus einer Kilometer- und/oder Zeitpauschale zusammensetzt. Stationsgebundene Carsharing-Anbieter unterscheiden oft nach Nutzungshäufigkeit (Normal- oder Vielfahrer) sowie nach Tageszeit der Nutzung (Tag- und Nachttarif). Bei vielen Anbietern kann Ihnen ein Kostenrechner dabei helfen, die für Sie günstige Tarifstruktur zu finden. Beim flexiblen Carsharing erfolgt die Berechnung der Nutzungsgebühr pro Minute. Durch die freiwillige Übernahme von Serviceleistungen (z.B. Auftanken bei geringer Tankladung) können Sie zudem Freiminuten vom Anbieter erhalten. Eine Kündigung ist bei beiden Formen des Carsharing relativ kurzfristig (meist zwei bis vier Wochen) möglich.

Was kostet mich die einzelne Fahrt?



Diese Frage ist schwer pauschal zu beantworten, da dies stark von der Art des Carsharing (flexibel bzw. stationsbasiert), dem gewählten Tarif und auch der Tageszeit abhängt. Viele Carsharing-Anbieter ha-ben hierfür einen Tarifrechner auf ihrer Homepage, der Ihnen die Wahl des für Sie idealen Tarifs erleichtert. Beim stationsgebundenen Carsharing sind die Nutzungskosten in eine Zeitkomponente (Euro pro Stunde oder Tag der Nutzungsdauer) und eine Entfernungskomponente (Euro je gefahrenen Kilometer) aufgeteilt. Zudem gibt es unterschiedliche Tarife je nach Größenklasse der Fahrzeuge. Dies hat den Vorteil, dass Sie in der Regel auswählen können, welches Fahrzeug für Ihre Fahrt jeweils besonders geeignet oder am kostengünstigsten ist. Beim flexiblen Carsharing wird jede Minute abgerechnet; die Nutzungsgebühren starten bei 24 Cent / Minute (car2go – smart). Zusätzlich gibt es meist einen vergünstigten Parktarif (ab 15 Cent / Minute bei DriveNow), der das Auto auf einem Parkplatz (z.B. für eine Einkaufsfahrt) besetzt hält.

Wie viel kosten "typische" Fahrten konkret?

Zugrunde gelegt haben wir einen konkreten Tarif eines großen stationsbasierten Carsharing-Anbieters („Aktiv-Tarif“ von Cambio Deutschland):

  • Einkaufsfahrt für den großen Wocheneinkauf: 
 Dauer 3 Stunden 8 Kilometer (Hin- und Rückfahrt) mit Ford Focus Kombi 
 Zeitkosten: 6,60 Euro + Entfernungskosten: 2,00 Euro = Gesamtkosten der Buchung: 8,60 Euro
  • Familienfeier bei den Großeltern (mit Übernachtung): 
 Dauer 22 Stunden 200 Kilometer (Hin- und Rückfahrt) mit Ford Fiesta 
 Zeitkosten: 21,00 Euro + Entfernungskosten: 39,00 Euro = Gesamtkosten der Buchung: 60,00 Euro
  • Fahrt zu Konzert in der Region: 
 Dauer 8 Stunden 50 Kilometer (Hin- und Rückfahrt) mit Citroen C1 
 Zeitkosten: 8,20 Euro + Entfernungskosten: 11,00 Euro = Gesamtkosten der Buchung: 19,20 Euro
  • Kleiner Möbeltransport innerhalb der Stadt: 
 Dauer 4 Stunden 10 Kilometer (Hin- und Rückfahrt) mit Transit Transport 
Zeitkosten: 19,60 Euro + Entfernungskosten: 3,60 Euro = Gesamtkosten der Buchung: 23,20 Euro

Das flexible Carsharing wird dagegen für andere Wegezwecke (z.B. abends als Ergänzung zum öffent-lichen Verkehr) und vor allem für kürzere Einweg-Fahrten genutzt. Für eine Fahrt von 15 Minuten mit einem Fahrzeug eines flexiblen Carsharing-Anbieters (z.B. car2go) zahlen Sie derzeit ab 0,24 Euro pro Minute. Die Gesamtkosten der Fahrt betragen bei Nutzung eines Smarts für die einfache Strecke (ohne Pause und Rückweg) 3,60 Euro, bei einem B-Klasse-Fahrzeug wären 5,10 Euro fällig. 



Sind Carsharing-Fahrten nicht teurer als mit dem eigenen Auto?

Einige der in der vorherigen Frage gelisteten Fahrten mögen auf den ersten Blick zunächst im Vergleich zum privaten Auto teurer erscheinen – aber der Schein trügt! Häufig werden bei der Berechnung der Kosten für den privaten Pkw nur die direkten Kosten (z.B. für Kraftstoff) kalkuliert. Fixkosten für Steuer, Versicherung und Wertverluste, aber auch Reparatur- und Wartungskosten werden dagegen oft bei der Berechnung vergessen. Beim Carsharing sind diese „versteckten“ Kosten bereits alle im Tarif enthalten! 


Ab wann rechnet sich die Teilnahme am Carsharing für mich und meine Familie? 



Die Frage, ab wann Carsharing günstiger ist als das eigene Auto, hängt zum einen von dem gewählten Carsharing-Tarif ab, zum anderen auch davon, für welche Dauer und Distanz Sie das Carsharing-Auto im Durchschnitt nutzen. Grundsätzlich könnte Carsharing für Sie kostengünstiger als ein eigenes Auto sein, wenn…

  • …Sie oder Ihre Familie nicht täglich ein Auto benötigen.
  • …Sie nicht mehr als 10.000 Kilometer im Jahr mit dem Auto fahren.
  • …Sie einen Großteil Ihrer Wege zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen können und Carsharing als Ergänzung dazu nutzen möchten.

Welche jährlichen Gesamtkosten entstehen bei Carsharing im Vergleich zum privaten Auto? 



Um Ihnen einen Eindruck zu geben, wie sich die Carsharing-Nutzung kostenmäßig gegenüber der privaten Autonutzung verhält, haben wir eine Vergleichsrechnung mit stationsbasiertem Carsharing aufgestellt.

Jahreskosten Carsharing-Nutzung

Wir gehen vom „Aktiv-Tarif“ von Cambio Deutschland aus. 1.500 Kilometer werden mit einem Kleinwagen (Ford Fiesta, Preisklasse S bei Cambio) zurückgelegt, weitere 1.500 Kilometer mit einem Mittelklassewagen (Ford Astra Kombi, Preisklasse M). Um neben der Entfernungskomponente auch die Zeitkomponente der Nutzung berücksichtigen zu können, wird vorausgesetzt, dass pro Buchungsstunde (also einschließlich aller Standzeiten und nicht genutzter Buchungsstunden) durchschnittlich sechs Kilometer zurückgelegt werden. Die einmalige Anmeldegebühr beim Carsharing-Anbieter wird auf einen Zeitraum von vier Jahren aufgeteilt. Außerdem werden in einem zweiten Schritt auch Kosten für die öffentlichen Verkehrsmittel in die Kostenrechnung einbezogen: Jahresabos für die öffentlichen Verkehrsbetriebe für zwei Erwachsene und ein Kind (am Beispiel der Bremer Verkehrsbetriebe, Tarifzone Bremer Stadtgebiet), Kosten für BahnCards 50 der Deutschen Bahn AG, Kosten für 3.000 Kilometer Bahnfahrt pro Jahr.

  • Fixkosten Carsharing: 172,50 Euro
  • Nutzungskosten Carsharing: 1452,50 Euro
  • Kosten ÖPNV-Nutzung und Bahnfahrten: 761,50 Euro
  • Gesamtkosten Carsharing plus ÖV: 2386,50 Euro

Jahreskosten private Autonutzung


Die Berechnungen wurden anhand des Öko-Institut-TCO-Rechners (emob-kostenrecher.oeko.de) durchgeführt:


Benziner, Größenklasse groß (z.B. Passat); Haltedauer 4 Jahre; 6.000 Kilometer Jahresfahrleistung:

  • Betriebskosten (Kraftstoff, Schmierstoffe): 2.657 Euro + 206 Euro = 2863 Euro
  • Versicherung + Kfz-Steuer: 3.954 Euro + 532 Euro = 4.486 Euro
  • Wartung / Reparatur / Inspektion: 1.236 Euro + 182 Euro = 1.418 Euro
  • Wertverlust des Fahrzeugs: 35.408 Euro - 19698 Euro = 15.710 Euro
  • Gesamtkosten private Autonutzung (über 4 Jahre): 24.477 Euro
  • Gesamtkosten private Autonutzung (über 1 Jahr): 6.119 Euro

Benziner, Größenklasse mittel (z.B. Golf); Haltedauer 4 Jahre; 6.000 Kilometer Jahresfahrleistung

  • Betriebskosten (Kraftstoff, Schmierstoffe): 2.424 Euro + 64 Euro = 2.488 Euro
  • Versicherung + Kfz-Steuer: 3.225 Euro + 419 Euro = 3.644 Euro
  • Wartung / Reparatur / Inspektion: 930 Euro + 182 Euro = 1.112 Euro
  • Wertverlust des Fahrzeugs: 19.564 Euro - 9.962 Euro = 9.602 Euro
  • Gesamtkosten private Autonutzung (über 4 Jahre): 16.846 Euro
  • Gesamtkosten private Autonutzung (über 1 Jahr):4.211 Euro

Teilen statt Besitzen": Dieser ressourcenschonende Trend kann auch bei der Pkw-Nutzung sinnvoll sein. Wie das "Auto-Teilen" funktioniert und ob sich Carsharing auch für Sie lohnt...

Wie können Sie durch Carsharing nicht nur die Umwelt schonen, sondern gleichzeitig auch Geld sparen? Finden Sie es heraus!